Nach guter erster Häfte muss Roding hart für den Sieg kämpfen
Im lauten Jubel und Getrommel der zahlreichen Rodinger Fans konnte man ihn nicht mehr hören, aber er muss ganz schön groß gewesen sein, der Stein, der den TBlern am Samstag nach dem Spiel in Metten vom Herzen gefallen war. »Das war heute ein hartes Stück Arbeit und am Ende spannender, als wir uns das gewünscht haben«, so Rodings Trainer Stadler nach dem Spiel. Dabei fing dies für den TB glänzend an. Anders als beinahe schon üblich starteten die Rodinger überlegen; sowohl in Abwehr, als auch im Angriff war man besser als die Hausherren. Stadler, der in dieser Phase seinen Spielmacher Richard Tupa und den erst diese Woche genesenen Kreisspieler und Abwehrchef Pavel Svoboda, noch auf der Bank lassen konnte, konnte mit seinen Spielern zufrieden sein. Stadler ließ von Beginn an Mettens Steininger in kurze Deckung nehmen, die Kreativabteilung der Niederbayern war damit ausgeschaltet. Somit war Jan Josef lange Zeit der einzige, der es mit Torwürfen aufs Rodinger Gehäuse versuchte, mit wenig Erfolg. Entweder brachte die Rodinger Abwehr eine Hand dazwischen oder der Ball wurde eine sichere Beute von Torhüter Roy Müller. Vorne spielte man schnell, schaffte es mit sicheren Pässen, die Rodinger Rückraumschützen in eine gute Position zu bringen. Bester Mann in Hälfte Eins war aber Dominik Weh, der, von seinen Mitspielern gut in Szene gesetzt, seine Chancen eiskalt nutzte und alleine in den ersten 20 Minuten sieben Mal erfolgreich war.
So konnte der TB seine Führung immer mehr ausbauen (0:2, 1:6, 3:9) und nach 20 Minuten hatte man sich eine scheinbar beruhigende 6:13 – Führung erspielt. Für die Rodinger wahrscheinlich zu beruhigend. Deutlich schaltete einen Gang zurück, wollte das Spiel wohl gemütlicher angehen. Der Schlendrian machte sich vor allem in der Abwehr breit, wo man den Mettener jetzt sehr viel mehr Platz ließ und wo nun Klima viel zu spät gestört wurde, so dass der 19jährige Rückraumspieler oft ohne Gegenwehr einnetzen durfte. Mit der Pausensirene machte er aus gut 12 Metern das 11:15.
Die Rodinger Fans hofften nun, dass ihre Spieler genauso loslegen würden, wie zu Beginn des Spiels, aber schon bald merkten sie, dass die Partie sich drehen könnte. Sedivec ließ jetzt Müller manndecken, was die Rodinger Angriffe immer wieder ins Stocken brachte. Bis zum 13:17 konnten sie den Vorsprung zwar noch halten, aber schon in der 39. Minute sah sich Stadler bei 15:17 gezwungen, seine Auszeit zu nehmen. Aber auch danach wussten die TBler nicht so recht, was sie machen sollten, um zum Torerfolg zu kommen. Nur noch nach Einzelaktionen kam man zu Chancen; hier kam dann bei einigen Latten- und Pfostentreffern Pech dazu. Die Rodinger waren jetzt sichtlich verunsichert. »Meine Spieler haben wieder angefangen, viel zu viel zu denken«, so Stadler. Tatsächlich wurde jetzt der Ball lieber noch einmal weitergegeben, anstatt die gefundene Lücke zu nutzen, andererseits wurde in anderen Situationen wieder überhastet abgeschlossen. In beiden Fällen war der Ball meistens verloren. In der 48. Minute fiel dann zum 20:20 der Ausgleich und nach dem 22:22 hatte Metten sogar zum ersten Mal die Chance in Führung zu gehen, aber wie schon wenige Augenblicke vorher bei einem Tempogegenstoß blieb auch dieses Mal Matthias Elgeti im Rodinger Gehäuse der Sieger.
Das Spiel war jetzt auf Messers Schneide und extrem spannend und beide Mannschaften agierten jetzt nervös. Im nächsten Angriff setzte sich Müller gegen seine Manndeckung durch, sein Wurf wurde vom Mettener Schlussmann abgewehrt, im Nachwurf machte aber Rank das 22:23. Die Rodinger Defensive wurde jetzt von Svoboda geordnet und war wieder sicherer, so dass Elgeti einen Notwurf halten konnte und Voves auf die Reise schickte, der das 22:24 machte. Als gleich danach Sigl einen schlechten Pass abfangen konnte und per Gegenstoß das 22:25 machte, hatte sich das Spiel wieder gedreht. Sedivec verkürzte per Strafwurf auf 23:25, auf der anderen Seite erhöhte Müller auf 23:26. In der 57. Minute nahm Sedivec seine Auszeit. Mit einer offenen Deckung wollte er noch einmal alles versuchen und tatsächlich konnte sie den Ball schon im nächsten TB-Angriff erobern und auf 24:26 verkürzen und gleich darauf hatten sie sogar die Chance wieder auf ein Tor heran zu kommen, aber Elgeti konnte abwehren und den nächsten Tempogegenstoß einleiten, der von Bäcker zum 24:27 abgeschlossen wurde. Den Schlusspunkt der Partie setzte dann wieder Voves, der den 24:29 Endstand herstellte.
Nach dem Spiel ließen sich die TBler natürlich von ihren Fans feiern, waren sich aber schon bewusst, wie knapp das Spiel gegen den Tabellenletzten war. »15 Minuten haben wir super gespielt, dann einen Gang zurückgeschaltet; dann haben wir es aber nicht mehr geschafft, wieder aufzudrehen. Aber am Ende haben wir das Spiel schon verdient gewonnen«, so Stadlers Fazit. Vor den anstehenden schweren Aufgaben zu Hause gegen Fürstenfeldbruck und auswärts in Bayreuth konnte Roding den Abstand zu den Abstiegsplätzen wieder auf 6 Punkte vergrößern. Nicht nur das, sondern natürlich auch den Sieg im Ostbayern-Derby gegen Metten feierten die Rodinger Fans in einer sehr stimmungsvollen Heimfahrt nach Roding.