Der Sieg gegen Simbach zeigt die Entwicklung der Mannschaft nach schwacher Vorrunde
Was ist der Unterschied zwischen dem TSV Rödelsee der Vorrunde und der jetzigen Mannschaft? Gewiss, der Klub hat in Winter-Neuzugang Michal Tonar einen Routinier in seinen Reihen, »der uns auch gut zu Gesicht stünde«, wie es nach dem 25:32 (12:16) seiner Mannschaft am Sonntag Simbachs Trainer Manfred Brodschelm anerkennend feststellte. Einer der Unterschiede ist die immer besser funktionierende Abwehr, zum anderen ist das Spiel des TSV Rödelsee deutlich variabler geworden. Der Beobachter gewinnt beim gesamten Gefüge den Eindruck, dass langsam, aber sicher ein Rädchen in das andere greift.
Die einst als Stiefkinder geltenden Außenpositionen kommen heute erheblich besser zur Geltung. Das belegen die elf Feldtore von Andreas Paul und Jan-Patrick Weinhardt gegen die Simbacher deutlich. »Am Anfang war das Spiel auf uns nicht so ausgeprägt. Jetzt wird es immer besser. Mit Micky Tonar kommt auch von der rechten Seite der Druck«, sagt Paul zufrieden. Der 19 Jahre alte Dachdecker, bildete im Spiel gegen die Niederbayern die meiste Zeit über die Flügelzange mit dem ebenso jungen Abiturienten Jan-Patrick Weinhardt. Im Gegensatz zur übrigen Mannschaft benötigten die beiden Außen nicht lange, bis sie am Sonntag auf Touren kamen. Andreas Paul zeigte sich bereits in der ersten Hälfte fünfmal treffsicher. Weinhardt hatte unter seinen drei erfolgreichen Versuchen im ersten Abschnitt einen kuriosen Treffer, als er Simbachs Torwart Petschl fast von der rechten Ecke des Spielfeldes mit einem Wurf in die kurze Ecke zum 14:11 kalt erwischte (26.). In den Minuten zuvor ließ Rödelsee eine weitere Stärke aufblitzen. Just, als die junge Simbacher Truppe ihre erste richtige Schwächephase im Spiel offenbarte, schlug Rödelsee zu. Nach 10:10 hieß es auf einmal 16:11 (29. Minute).
In der zweiten Halbzeit kämpften sich die Simbacher, die nur drei Feldspieler plus Ersatztorwart zum Wechseln auf der Bank sitzen hatten, mit Netters Tor auf 19:21 (42.) heran. Bei Rödelsee schien der Schwung ein wenig in der Kabine geblieben zu sein. Doch dann zahlte sich aus, was Trainer Dusan Suchy vorher ausgegeben hatte. Den dezimierten, jungen Gegner immer wieder zu Einzelaktionen zwingen, die Kraft kosten, hieß eine seiner Vorgaben. Die Kräfte schwanden den mit vier A-Jugendlichen angetretenen Simbachern am Ende. Ein Beleg: Der auffällige, erst 18 Jahre alte Linkshänder Lukas Aigner traf nach der 40. Minute nur noch zweimal für den Gast. »So ist das eben, wenn die Frische weg ist. Wir müssen wegen einiger Verletzter notgedrungen junge Kräfte setzen«, erklärte Trainer Brodschelm.
Routiniers wie Vilo Vitkovic, der zu Beginn der zweiten Halbzeit kurzzeitig richtig aufdrehte und in engen Situationen die Verantwortung übernahm, hatte der TSV nicht zu bieten. Oder Radovan Suchy, der hinten wie vorne rackerte. »Er war heute unser bester Spieler, Rado hat die Abwehr stabilisiert«, lobte sein Bruder Dusan Suchy.
Die zweite Schwächeperiode Simbachs reichte den Rödelseern, um in einem bemerkenswert fairen Auftritt nach 44 Minuten entscheidend wegzuziehen. Als die Gäste beim Stande von 23:19 in Unterzahl geraten waren, gelangen Rödelsee zwei Tore in Folge, Tonar legte noch einen Treffer drauf zum zwischenzeitlichen 26:19. Gekonnt und locker lief nun der Ball bei Rödelsee, die Gäste hatten ihren Glauben an eine Wende im Spiel aufgegeben. »Wir konnten im Angriff einige Alternativen ausprobieren. wir waren taktisch richtig stark, mit Geduld«, durfte Rödelsees Dusan Suchy zufrieden feststellen. Langsam zahle sich die Trainingsarbeit eben aus, damit der Ball und das Spiel der Mannschaft besser laufe. Suchy hat für den Rest der Bayernliga-Saison Platz neun als Ziel ausgegeben. Einen ruhigen Nachmittag hatten auch die Schiedsrichter Benzinger und Brodzeller. Sie feierten am Sonntag im Sickergrund ein Jubiläum: das 900. gemeinsame Spiel.
Rödelsee: Matthias Sammetinger, Christian Roß-mark; Florian Demel, Vilo Vitkovic (4), Dominic Faustmann (1), Andreas Paul (8), Pascal Faustmann, Sven Sauerhammer (2), Christian Häckner, Radovan Suchy (3), Michal Tonar (5), Maximilian Häckner, Jan-Patrick Weinhardt (9/6).
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