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| Das Siegen neu gelernt |
28.10.2009 aus dem Nordbayerischen Kurier vom 27.10.2009 von Eberhard Spaeth »Das Siegen neu gelernt« HaSpo-Vorsitzender Berghammer sieht Höhenflug seiner Mannschaften gelassen: »Vorrunde abwarten« Wer die vergangene Saison noch in Erinnerung hat, reibt sich beim Blick auf die aktuellen Bayernliga-Tabellen die Augen: Sowohl die Herren, als auch die Damen von HaSpo Bayreuth gehören ohne Verlustpunkt mit 12:0 bzw. 8:0 Zählern zur Spitzengruppe. Vor einem knappen Jahr hat das noch völlig anders ausgesehen: Da waren die Männer schon froh, dass sie die erste Saison nach dem sieglosen Abstieg aus der Regionalliga einigermaßen sorgenfrei im Mittelfeld abgeschlossen hatten (24:28 Punkte), und ihre Kolleginnen standen als Drittletzte mit dürftigen 13:39 Zählern sogar auf einem abstiegsgefährdeten Platz. Die Freude über diese Entwicklung ist dem HaSpo-Vorsitzenden Andreas Berghammer schon bei der ersten Erwähnung des Themas anzumerken, aber bei der Bewertung bleibt er doch gelassen: »Was die bisherigen Ergebnisse wirklich bedeuten, sollten wir frühestens am Ende der Vorrunde diskutieren, wenn jeder schon einmal gegen jeden gespielt hat. Bis jetzt ist das nicht mehr und nicht weniger als ein toller Auftakt.« Bei der Frage nach Gründen für die plötzlichen Erfolge sieht er einige Parallelen: »In beiden Mannschaften passt es einfach. Sie pflegen eine offensichtliche Geschlossenheit nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalb. Zudem hatten beide zu Beginn auch etwas Glück, und nach den ersten Erfolgen treten sie nun mit immer breiterer Brust auf.« Vor allem das männliche Team habe nach dem schweren Regionalliga-Jahr mit nur zwei Punktgewinnen und teilweise sehr hohen Niederlagen »das Siegen ganz neu lernen« müssen: »Man kann jetzt sagen, dass es sich bewährt hat, damals praktisch ein Bezirksoberliga-Team drei Klassen höher ins Rennen zu schicken, um es für die Bayernliga fit zu machen. Die damalige Aufbauarbeit hat die Basis geschaffen, wobei besonders Marc Brückner als Trainer einen ganz entscheidenden Beitrag zur körperlichen und taktischen Entwicklung geleistet hat.« Den wichtigsten Schritt habe aber das Team selbst geschaffen: »Diese Mannschaft hatte früher immer das Problem, am Jahrgang 1984 mit den Müller-Zwillingen gemessen zu werden - was natürlich völlig falsch ist. Sie musste erste eine eigenen Persönlichkeit entwickeln, wobei - zugegeben - manches Verhalten für Außenstehende auch hin und wieder etwas seltsam gewirkt haben mag. Es hat einfach ein Jahr gedauert, um wieder Selbstvertrauen zu gewinnen. Ich ziehe jedenfalls den Hut davor, wie die junge Mannschaft in dem sicher auch moralisch schwierigen Regionalliga-Jahr zusammen gehalten hat und weiter an einem Strang zog.« Die Verstärkung durch den zweitligaerfahrenen Torwart Tobias Niessner (Tuspo Obernburg) sieht Berghammer nicht als Widerspruch: »Man muss ja bedenken, dass unsere drei letztjährigen Torhüter aus beruflichen Gründen plötzlich alle auf einmal ausgeschieden sind. Das hätte ein großes Problem werden können. Da war es natürlich ein ganz wichtiger Glücksfall, so einen starken Schlussmann zu bekommen.« Nach Semester-Beginn könne jetzt auch noch der eine oder andere Neuzugang hinzu kommen: »Noch etwas Konkurrenzkamp ist gar nicht schlecht, und wir werden die lange Saison auch sicher nicht ohne Verletzungsausfälle überstehen.« Die einzige Investition des Vereins galt jedoch nicht einem Spieler, sondern dem Trainer: »Ein guter Trainer kann 20 Spieler voran bringen, ein Spieler kann das nicht ohne weiteres.«, erklärte der HaSpo-Vorsitzende die Entscheidung für den früheren Damen-Bundestrainer Bernhard Müller. »Da haben wir jemanden gefunden, der unsere Philosophie mit einheimischen Leuten und einer auf Tempo und Spielfreude basierenden Spielweise nicht nur mitträgt, sondern sogar hauptsächlich deswegen zu uns gekommen ist. Dazu kommt das Glück, dass die Chemie zwischen Trainer und Mannschaft stimmt.« Auch bei den Damen sieht Berghammer im Trainer einen wichtigen Erfolgsgaranten: »Das erste Jahr hat Michael Fuchs gebraucht, um dem Team erst einmal eine Grundstruktur zu geben. Darauf lässt sich jetzt offensichtlich erfolgreich aufbauen.« Die personelle Verstärkung war zwar vor Saisonbeginn etwas ausgeprägter als bei den Herren, so dass ein erneuter Abstiegskampf ohnehin kaum erwartet worden war, doch das wurde duch das Pech mit vier Langzeitverletzten inzwischen mehr als relativiert. Was von HaSpo am Ende tatsächlich erwartet werden darf, ist bei den Damen also noch unsicherer als bei den Herren, zumal ihre Liga das stärkere Leistungsgefälle nachgesagt wird. »Gegen die absoluten Spitzenteams haben wir wahrscheinlich noch nicht gespielt«, sagt der Vorsitzende. »Allerdings hat mich der letzte Sieg über Bergtheim in seiner Deutlichkeit soch ziemlich überrascht!« Quelle: Nordbayerischer Kurier |
aus dem Nordbayerischen Kurier vom 27.10.2009